Viele von uns kennen Internetnutzer, die Behinderungen haben und aufanpassungsfähige technologische Systeme angewiesen sind, um auf Internetseiten zugreifen zu können. In den letzten Jahren hat sich die Situation aufgrund der Webkompatibilität von assistiven Technologien wie z.B. Screenreadern, Vergrößerungssoftware und alternativen Maussystemen deutlich gebessert. Trotzdem müssen die Internetseiten selbst auch im Hinblick auf eine größere Gruppe von Menschen gestaltet werden und Autoren sollten ebenfalls HTML-Zugänglichkeitskriterien berücksichtigen, die Menschen mit Behinderungen den Zugriff auf die Seiten erleichtern.
Eine Lösungsstrategie, um die Zugängichkeit der Millionen von Internetseiten, die jedes Jahr neu gestaltet werden, zu erhöhen, ist die Entwicklung von Tools, die HTML-Dateien testen und reparieren. Die A-Prompt (Accessibility-Prompt) oder wie man im Deutschen auch sagen könnte Zugänglichkeits-Aufforderung-Software; ist entwickelt worden, um Webdesignern und Webredakteuren diese wichtige Unterstützung anzubieten. Diese Initiative ist in Form eines Gemeinschaftsprojektes des "Adaptive Technology Resource Centre" an der "University of Toronto"; und des "Trace Centre" der "University of Wisconsin"; übernommen worden. Die hierbei entstandene Software, die im englischsprachigen Raum bereits seit einiger Zeit eingesetzt wird, ist im Rahmen des Projektes "Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik (AbI)" vom Forschungsinstitut Technologie-Behindertenhilfe (FTB) lokalisiert worden, also für den deutschspachigen Raum angepasst worden.
In der aktuellen Version, als Einzelplatzversion für einen PC, erlaubt A-Prompt dem Autor eine Datei zum Test und zur Reparatur auszuwählen, oder auch ein einzelnes HTML-Element innerhalb einer Datei (siehe Abbildung 1).
Abbildung 1: Screenshot des Dateiauswahldialogs
Das Tool kann so angepasst werden, dass es auf der Grundlage der Barrierefreien Informationstechnik-Verordnung (BITV) und den
Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 1.0; der Web Accessibility Initiative (WAI) für unterschiedliche Konformitätsstufen bzw. Prioritätsstufen Tests und Reparaturen durchführt. Wird eine Barriere entdeckt, zeigt A-Prompt die notwendigen Dialoge an und hilft dem Nutzer bei der Reparatur des Problems. Viele wiederkehrende Aufgaben sind automatisiert, wie z.B. das Hinzufügen von Alternativtexten oder das Ersetzen von serverseitigen Imagemaps durch clientseitige (siehe Abbildung 2).
Fig. 2. Screenshot des Korrekturdialogs "Bild ohne Alternativtext".
Sind alle existierenden Barrieren behoben worden, wird der korrgierte HTML-Quellcode in das Dokument eingefügt und die neue Version der Datei kann gespeichert werden. Nachdem ein Internetangebot von A-Prompt überprüft und korrgiert worden ist, wird A-Prompt eine Einstufung der Seite nach BITV und WAI-Stufen vornehmen. Hierbei muss beachtet werden, dass bei dieser Einstufung nicht alle BITV bzw. WAI-Checkpunkte überprüft werden, da nicht alle Punkte automatisch überprüfbar sind oder in der aktuellen Version von A-Prompt noch nicht realisiert werden konnten. Ausführliche Informationen hierzu finden sie in der (Liste aller Checkpunkte), die von A-Prompt überprüft werden bzw. nicht überprüft werden können.