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Webkongress 2008 in Erlangen

23.09.2008

Unter dem Motto "Web 2.0 - Die Zukunft der Webtechnologien" veranstaltete das Regionale Rechenzentrum (RRZE) der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg Anfang September den Webkongress 2008.

Das Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik (AbI) präsentierte seine Arbeit an einem Informationsstand. Interessierte konnten Webseiten begutachten lassen und mit Hilfe von Simulationsbrillen erleben, wie Menschen mit verschiedenen Sehbehinderungen das Internet wahrnehmen.

Zahlreiche Vorträge widmeten sich dem Thema Barrierefreiheit in der Informationstechnik vor dem Hintergrund der schnellen Weiterentwicklung von Webtechnologien. Das AbI-Projekt wurde von der blinden WEB for ALL-Mitarbeiterin Anna Courtpozanis vertreten. Sie führte mit einer Screenreader-Präsentation praktisch vor, auf welche Barrieren blinde Menschen im Web 2.0 stoßen können. Ein unüberwindliches Hindernis stellen beispielsweise die meisten CAPTCHAs dar. Diese werden zur Abwehr von automatisch erzeugten Spam-Nachrichten eingesetzt und funktionieren folgendermaßen: vor dem Abschicken eines Formulars muss ein Sicherheitscode abgetippt werden. Der wird oft in Form einer leicht verzerrten Schriftgrafik eingeblendet, mit deren Ausgabe Bildschirmlesegeräte überfordert sind. Elemente wie Tag-Clouds – Schlagwort-Listen, bei denen einzelne Wörter durch die Größe oder Darstellung eine unterschiedliche Gewichtung erhalten - können zwar vorgelesen werden, bringen blinden Nutzern aber keinen Mehrwert.

Der Webkongress 2008 stellte heraus, dass die Standards zur Barrierefreiheit an die neuen Entwicklungen angepasst werden müssen. Der Leiter der Abteilung "WAI International Program Office" beim W3C, Shadi Abou-Zahra, zeigte sich zuversichtlich, dass die neue internationale Richtlinie WCAG 2.0 Ende des Jahres in Kraft gesetzt werden kann.